Was ist demeter?

Demeter ist ein geschütztes Markenzeichen unter dem nach anthroposophischen Prinzipien „biologisch-dynamisch“ erzeugte Produkte verkauft werden. Der Name leitet sich von dem der griechischen Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter ab. Die Verwendung des demeter-Logos wird – im Gegensatz zu Kennzeichnungen wie Bio oder Öko, welche bis 1992 keiner Regelung unterworfen waren – schon seit seinem Bestehen kontrolliert. Es darf nur durch Vertragspartner genutzt werden, die sich während des gesamten Anbau- und Verarbeitungsprozesses an die Richtlinien des Demeter e.V. halten. Diese Richtlinien erfüllen auch die Auflagen der staatlichen und jährlich durchgeführten EG-Bio-Kontrolle nach der EG-Öko-Verordnung, gehen jedoch in allen Aspekten darüber hinaus. Die Grundlage der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und damit die Praxis von Demeter-Betrieben ist die anthroposophische Gedankenwelt und Methodik von Rudolf Steiner, die er ab 1924 als „geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ entwickelte. Sie erhebt den Anspruch, nicht allein die materiellen Substanzen und die physischen Abläufe der Natur, sondern auch übersinnliche, kosmische Kräfte als Gestaltungsfaktoren im Blick zu haben. Die Förderung eines gesunden Zusammenspiels von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Erde und Kosmos steht im Mittelpunkt. Die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel ist dabei nicht erstes Ziel, sondern Konsequenz.

Die Gärtnerei Willmann ist seit 1975 demeter zertifiziert.

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Der Unterschied zwischen Bio und demeter

Sie Fragen sich, was unsere demeter Produkte von herkömmlichen Bio-Produkten aus dem Discounter unterscheidet? Demeter-Bauern und- Hersteller leisten mit der Biodynamischen Wirtschaftsweise erheblich mehr als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt. Dies merken Sie an der Qualität und dem einzigartigen Geschmack der Lebensmittel. Aber auch der Umwelt kommt dies zu Gute.

Wesentliche Pluspunkte sind:

Tierhaltung

Obligatorische Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe oder zumindest eine Kooperation mit Austausch von Futter und Mist

Keine Enthornung

Verzicht auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe.  

Futter

100 Prozent des Futters muss Bio-Futter sein. 2/3 des gesamten eingesetzten Futters muss demeter sein, bei Wiederkäuern muss der demeter-Anteil bei 80 Prozent liegen. Mindestens 50 Prozent des Futters muss vom eigenen Hof oder einer Betriebskooperation stammen.

KEINE ZUSATZSTOFFE

Nur wenige absolut notwendige Zusatzstoffe und Prozesshilfstoffe sind in der Verarbeitung erlaubt. Jodierung, Nitritpökelsalz und so genannte natürliche Aromen sind verboten. Ausschließlich Aromaextrakte sind zugelassen. Die EU-Bio-Verordnung erlaubt noch Zusatzstoffe, die bei Demeter tabu sind.

Züchtung

Eigene Sorten und Züchtungsarbeit im Bereich Getreide, Gemüse und Geflügel. Bei Getreide dürfen nur samenfeste Sorten verwendet werden, Hybridsorten sind ausgeschlossen. Generell dürfen keine Sorten aus Zellfusionstechnik verwendet werden.

Dünger

Einsatz Biologisch-Dynamischer Präparate aus Kräutern, Mineralien und  Kuhmist.

20 demeter-Fakten

Wir hegen und pflegen ihn. Mit Kuhmist, nicht mit Chemie.

Treten wir den Boden mit Füßen? Ja, wir tun es! Mit jedem Schritt – auch im übertragenen Sinne – mit weitreichenden, negativen Folgen. Durch chemische Dünge- und Spritzmittel, durch Verdichtung und Versiegelung, durch Erosion und Humusabbau – und die unendliche Gier nach Boden als Spekulationsobjekt. Bei Demeter tun wir dem Boden Gutes. Uns fasziniert das „Lebewesen“ Boden und wir erleben ihn tagtäglich als die Grundlage unserer Nahrung. Wir hegen und pflegen ihn: mit Kuhmist – nicht mit Chemie. Humusaufbau ist wesentlich für das gesunde Wachstum von Pflanzen und auch für die Bindung von CO2. Bei Demeter unterstützen zudem biodynamische Präparate die Stoffwechselprozesse im Boden – Grundlage für starke und gesunde Pflanzen.

Die Grundlage zur Produktion unserer Lebensmittel wird zunehmend zum Spekulationsobjekt. Pachtpreise für Ackerland schießen vielerorts in schwindelerregende Höhen, oft durch Maisanbau für Biogasanlagen. Wer jung ist und in die Landwirtschaft einsteigen oder seinen Hof erweitern will, kann bei diesen Preisen kaum mithalten. Demeter-Akteure setzen sich deshalb dafür ein, dass Boden für den Ökolandbau verfügbar ist. Mit gemeinnützigen Vereinen und Netzwerken, die Erzeuger*innen und Verbraucher*innen näher zusammenbringen – und dafür sorgen, dass langfristig und nachhaltig gesunde Bio-Lebensmittel auf den Markt kommen können. Und Ökobauern und -bäuerinnen eine vernünftige Existenz ermöglicht wird.

Als erster Bio-Verband hat Demeter Richtlinien für Pflanzenzüchtung entwickelt und zertifiziert biodynamisch gezüchtete Gemüse- und Getreidesorten. Das garantiert höchste Nahrungsqualität und besten Geschmack. Bereits bei der Selektion achten Züchter*innen auf Vitalität, Aroma und Bekömmlichkeit. Und auch mehr Geschmacksvielfalt wird dank regional angepasster Sorten-Vielfalt möglich, denn standortbezogene Züchtung gehört zum Konzept. Züchtung nach Demeter-Standards wahrt integre und fruchtbare Pflanzen, die ihre guten Eigenschaften weiter vererben. Das stärkt die Unabhängigkeit von expandierenden Saatgutkonzernen, die nach rein wirtschaftlichen Interessen handeln und zunehmend auf Agro-Gentechnik setzen. Mit Demeter wird Saatgut zum Kulturgut – in der Hand und Verantwortung von Bäuer*innen und Gärtner*innen.

Ein Demeter-Huhn wohnt in einem Stall mit Tageslicht, hat zum Scharren und Picken Auslauf im Grünen und bekommt zu 100 % Bio-Futter. Sein Schnabel wird nicht kupiert und es freut sich über einen Hahn in der Herde. Damit es unseren Hühnern noch besser geht, und weil ein gutes Hühnerleben bei den Großeltern anfängt, unterstützt Demeter die Züchtung von Tieren, die an ökologische Haltungsbedingungen angepasst sind, die das Bio-Futter gut verwerten und fit für den Auslauf sind. Unabhängig von Konzernen und ohne quälende beengte Käfighaltung! Das Ziel: ein Zweinutzungshuhn – Legehenne und Masthahn – so dass alle Küken aufgezogen werden. Ein Konzept ganz ohne Kükentöten.

Damit unsere Äcker und unsere Umwelt nicht vom Nachbaracker aus mit Gentechnik verunreinigt werden, setzen wir uns regional und international für Gentechnik-Anbauverbote ein. Mit biodynamischer Pflanzenzüchtung entstehen fruchtbare Sorten, die Bäuerinnen und Bauern selbst nachbauen können. Patente, neue gentechnische Verfahren und Abhängigkeiten von Bayer/Monsanto & Co. kommen uns nicht auf den Acker.

Demeter-Landwirt*innen sind innovativ und lieben technische Errungenschaften. Wenn sie sinnvoll für Mensch und Erde ist, kann die richtige Technik für Sicherheit sorgen und Landwirte entlasten. Ein Mobilstall für Hühner zum Beispiel, ermöglicht den Tieren regelmäßigen Zugang zu frischem Gras und sicheren Unterschlupf gleichzeitig. Die Technik ist praktisch und unkompliziert.

Für Demeter-Imker*innen ist das Bienenvolk eine Einheit, ein Organismus. Sie lassen ihre Völker schwärmen und nehmen nur so viel reifen Honig aus den Waben, dass die Bienen in ihren natürlichen Prozessen nicht gestört werden und gesund bleiben. Respekt vor der Natur und leckerer Honig – das geht gut zusammen.

Demeter-Möhren werden nicht durch Kunstdünger zu schnellem Wachstum getrieben. In ihnen steckt viel mehr drin und sie schmecken einfach gut. Sie entfalten Aromen und sind, aufgrund ihres hohen Trockensubstanzgehalts, weniger wässrig. Auch Sorte und Züchtungsart beeinflussen den Geschmack: Während die Karotte „Oxella“ eher kräftig schmeckt und einem Eintopf den richtigen Pfiff verleiht, ist „Rodelika“ ein knackig-frischer Genuss im Salat oder in der Brotbox. Das ist echte Vielfalt im Geschmack – statt b

Tierwohl ist ein wesentlicher Teil der Demeter-Richtlinien. Denn die uns anvertrauten Lebewesen verdienen Respekt. Damit sie ein würdevolles Leben haben, kümmert sich jeder Demeter-Bauer um gutes Biofutter vom eigenen Hof, um Auslauf, genug Platz im Stall und gibt jeder Kuh einen Namen ;). Antibiotika werden nicht präventiv verabreicht sondern nur im medizinischen Notfall. Geheilt wird im Allgemeinen sehr erfolgreich mit natürlichen Verfahren und Homöpathie.

Demeter-Lebensmittel wachsen vor Ihrer Haustür. Sie sind regional verfügbar: am Marktstand, auf dem Acker der Solidarischen Landwirtschaft, in der Abo-Kiste oder im nächsten Bioladen. Hier können Sie mit den Erzeuger*innen ins Gespräch kommen und sich von gesunder Landwirtschaft und der besonderen Qualität der Lebensmittel selbst überzeugen. Sie erfahren auch, welche Lebensmittel gerade „Saison“ haben und daher besonders aromatisch sind. Und sie lernen, welche Vielfalt humusreiche Äcker mit einer abwechslungsreichen Fruchtfolge hervorbringen können. So lässt es sich wunderbar durch das Jahr schmecken.

Auf Demeter-Höfen gibt es eine Kreislaufwirtschaft. Denn jeder Hof wird als lebendiger Organismus verstanden, in dem jedes Organ das andere braucht: Mensch, Pflanze, Tier und Boden wirken zusammen. Deshalb sind auch die Anzahl der Tiere und die Ackerflächen harmonisch aufeinander abgestimmt. Landwirt*innen arbeiten entweder eng mit Viehhalter*innen zusammen oder halten genau die angemessene Anzahl Tiere, deren Mist dann für dauerhafte Bodenfruchtbarkeit und volle Pflanzenreife sorgt. So bekommen Tiere Futter vom Hof und Menschen beste Lebensmittel.

Bei Käse und Brot ist Zeit der wichtigste Faktor und für Demeter-Handwerker*innen viel wichtiger als Umsatzsteigerung und Effizienzkriterien. Demeter-Hersteller sind wahre Könner und setzen in der Verarbeitung nur ganz wenige Hilfsmittel ein. Mit unseren Richtlinien fordern wir Handwerkskunst heraus, denn selbst natürliche Zusatzstoffe sind nur dann erlaubt, wenn sie wirklich gebraucht werden. Nehmen Sie sich die Zeit zum Genießen!

Ein Weniger an Hilfsstoffen und ein Mehr an handwerklicher Arbeit – das garantiert authentischen Geschmack und Vielfalt, statt industrieller Gleichmacherei. Auch im großen Stil eines lebensmittelverarbeitenden Betriebs werden nur solche Prozesse angewandt, die man auch im handwerklichen Maßstab anwenden würde. So geht es auch in unseren Lebensmittel- „Fabriken“ nicht um anonyme Prozesse, sondern um menschliche Arbeit. Für Genuss ohne Reue.

Unsere Partner*innen im Handel setzen auf höchste Qualität. Sie gestalten ihre Sortimente verlässlich und nachhaltig, bringen ihren Kund*innen die biodynamische Landwirtschaft näher – oft sogar bis hinter die Haustür. So entsteht Vertrauen.

Stimmt genau: Bevor die Produkte auf dem Markt oder im Regal stehen, werden alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette nach Demeter-Richtlinien zertifiziert und regelmäßig kontrolliert. Dabei halten sich unsere Mitglieder nicht nur stur an Vorgaben und Standards. Auch ideelle Werte teilt die Gemeinschaft: Respekt vor der Natur, höchster Anspruch an Qualität, Verantwortung gegenüber Partner*innen und der Gesellschaft.

Noch besser ist nur die frische Frucht: Demeter-Säfte sind schonend gepresste Direktsäfte, die hochwertige, nahrhafte Rohstoffe enthalten. Industrielles Konzentrat – tabu! So gehen Vitamine nicht verloren. Ursprünglicher Geschmack – Pflicht für Demeter-Verarbeiter. Die Kür, der Einsatz von Gemüse und Obst aus samenfesten Sorten*. Für Lebensmittel mit Charakter.

Überall auf der Welt prägen regional verwurzelte Bauernhöfe das Bild. Wenn Menschen Höfe bewirtschaften und den Mut haben, diesen im Einklang mit der Umwelt individuell zu entwickeln – dann gehen von Bauernhöfen Impulse für Wirtschaft, Kultur und Naturschutz aus. Dann entstehen vielfältige, ökologische, kulturelle und soziale Lebensräume, in denen sich Pflanzen, Tiere und Menschen weiterentwickeln können. Dann entstehen Arbeitsplätze und Wohnorte für behinderte Menschen, Ferienorte, Orte kultureller Veranstaltungen und Begegnungen von Stadt und Land. Genießen Sie den Blick: Demeter-Bauern und –Bäuerinnen bringen Vielfalt in die Landschaft, setzen liebevoll Hecken und lassen Ackerränder erblühen. Biotope für kleine und große Lebewesen. So schaffen wir Kulturlandschaft.

Jeder Hof ist anders, jeder Betriebsleiter, jede Betriebsleiterin hat besondere Stärken und eigene Ideen. Die Entwicklung eines Betriebs ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den jeweiligen Partner*innen vor Ort. Eine Entwicklungsgemeinschaft, die über das Abhaken von Standardnormen hinausgeht. Den richtigen Pfad kann nur eingeschlagen, wer lokale Gegebenheiten berücksichtigt und vertrauensvolle Kooperationen eingeht. Alles, um die besten Lösungen für Mensch, Tier und Umwelt zu finden.

Wir können auch aktivistisch! Konkret heißt das: Die gesellschaftlichen Kosten der konventionellen Landwirtschaft müssen auch dort verortet werden, wo sie entstehen. Wer Gift spritzt, um Unkraut abzutöten, muss auch dafür in Verantwortung genommen werden, wenn dieses Gift Schäden verursacht. Hier fordern wir Gerechtigkeit und Transparenz für die Bevölkerung.

Milch, Eier, Brot, Fleisch, Gemüse und Obst – dahinter stehen Menschen, Arbeit, Land und Ressourcen. Heute stehen viele Bauernhöfe vor dem Aus. Die Marktpreise für ihre Produkte sind zu gering, um alle Kosten zu decken und den Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Demeter-Gemeinschaft stehen wir für eine Vision, die gesellschaftlichen Wandel und Verantwortung für die Mitwelt einschließt. Für Fairness und Kooperation einstehen – dieser Herausforderung nehmen sich die Demeter-Akteure gerne an. Das heißt auch: Faire Preise für Qualität! Bei jedem Griff ins Regal entscheiden Sie darüber mit.

GEMEINSAM BIS GEMEINNÜTZIG

Einige Demeter Höfe werden bereits als CSA betrieben. CSA = Community Supported Agriculture = Solidarische Landwirtschaft eine Verbrauchergemeinschaft, die einer Landwirtin, einem Landwirt, ein Einkommen zahlt. Dafür wird die Gemeinschaft mit frischen Lebensmitteln direkt vom Hof versorgt. Solche Modelle basieren auf gegenseitiger Wertschätzung und Partizipation. Zehn Prozent der deutschen Demeter-Betriebe sind in gemeinnütziger Trägerschaft organisiert, auf zahlreichen Höfen werden Menschen mit Handicaps in sinnvolle Arbeit integriert, pädagogische und kulturelle Angebote bereichern die Regionen.

Quelle: www.demeter.de 

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