Über uns

Gärtnerei Willmann

Wir, die Mitwirkenden der Gärtnerei Willmann Ingersheim arbeiten und wirtschaften nach den Erkenntnissen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise (Demeter). Unsere Produktpalette beinhaltet fast alle gängigen Gemüsearten.

Die Anbaufläche gliedert sich in 10 ha Grob- und 10 ha Feingemüsebau, ca. 1ha Glas- und Folienhäuser, 5 ha Wiesen und Gründüngung, sowie Feldhecken, Wege und Kompostplätze.

Ein wichtiges Augenmerk legen wir auf die Züchtung und Vermehrung heimischer Gemüsearten und stellen einen Teil unseres Saatgutes selbst her. Außerdem züchten wir viele Jungpflanzen selbst. Die hierzu benötigten Erden und Komposte werden im Betrieb, in einem speziellen Verfahren, bei dem die bio-dynamischen Heilkräuterzusätze Verwendung finden, hergestellt.

Eine eigene kleine Kuh Herde mit Nachzucht und zwei Pferde bilden die Düngergrundlage für die gesamte Gärtnerei. Sieben Bienenvölker runden die Vielfalt des Betriebes ab.

Unsere Gemüsevielfalt richtet sich nach der Saison. Mit unter Anderem Eis-, Kopf- und Eichblattsalat im Sommerhalbjahr sowie Chicoree, Feldsalat, Chinakohl, Zuckerhut und Postelein im Winterhalbjahr haben wir immer frische Salate im Angebot. Diese können im Sommer mit schmackhaften Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln, Zucchini und Radieschen verfeinert werden. In der kalten Jahreszeit verlagern wir den Schwerpunkt zu Kohl, Lauch, Sellerie, Rote Bete und vielen anderen gesunden Gemüsearten.

Durch unsere langjährige Erfahrung im biologisch-dynamischen Gemüseanbau bieten wir langfristig höchste Qualität und besten Geschmack. Überzeugen sie sich selbst…

Stellen und Arbeitsbereiche

Meister und Betriebsleiter

Die Meister und Betriebsleiter legen die Arbeitsschwerpunkte und Prioritäten der Woche fest. Sie steuern den Arbeitsalltag und stehen in den regelmäßigen Arbeitsbesprechungen mit ihren Mitarbeitern in Austausch, besonders mit den Gesellen. Die gesamte Planung für bspw. den Anbau, Verkauf oder Urlaub liegt in ihrer Hand. Betriebsleiter und Meister arbeiten eng zusammen.

Landwirts- und Gärtnergehilfen

Die Gesellen bilden die Kontinuität im praktischen Alltag. Sie haben die fachliche Qualifikation und geben diese an die Lehrlinge und Praktikanten weiter. Sie stehen in regelmäßigem Austausch mit den Meistern und dem Betriebsleiter. Die Ausbildung zum/zur Gärtner/in. Unser Betrieb bietet die 3-jährige staatliche Ausbildung zum/zur Gemüsegärtnerin im „Demeter“ Anbau an. Der Berufsschulstoff wird über 2 Jahre im eigenen Unterricht, an einem Tag in der Woche vermittelt. Getragen und besucht, von 2-3- anderen „Demeter“ Gärtnereien der Region, findet der Unterricht in unserer Gärtnerei in Ingersheim statt. Nach 1,5 Jahren findet die Zwischenprüfung, nach 3 Jahren die Abschlussprüfung, zusammen mit den Berufsschülern statt. Auf Wunsch der Lehrlinge wurde die Berufsschule zu einem eigenen gemeinschaftlichen Unterricht umgestaltet, der parallel zur Arbeit getragen wird. Dadurch findet man in den Rhythmus des gärtnerischen Arbeitsalltags hinein. Voraussetzung für die 3-jährige staatliche Ausbildung ist das vollendete 18. Lebensjahr (d.h. keine Schulpflicht mehr). Während der Ausbildung finden überbetriebliche Seminare, die vor allem für die Lehrlinge veranstaltet werden und auch für Interessierte offen sind, statt. Die Seminare vertiefen die biodynamischen Themen und ermöglichen einen verständigen Einblick in die Arbeitsweisen, Gedanken und Handlungen des „Demeter“ Anbaus.

Praktikanten

Aus aller Welt, aus allen Lebensbereichen kommen Praktikanten zu uns. Sie wollen einen neuen Schritt tun, indem sie sich mit anderen Menschen verbinden, die an der Erde arbeiten und sich in einen Tages-/Monats- und Jahreslauf hineinstellen. Hier zählt die praktische Arbeit, die körperlich sehr anstrengend, manchmal auch monoton sein kann, und auf der anderen Seite doch sehr konkret ist, man das Ergebnis oft unmittelbar sehen und erleben kann. Wichtig ist auch das Miteinander, im Arbeitsprozess des Alltags, aber auch in der Auseinandersetzung in der gemeinsamen Lebensgemeinschaft.
Wir bieten Praktikumsplätze an:
Für Schüler im Rahmen ihres Landwirtschaftspraktikums für 3-4 Wochen.
Für Hochschulabsolventen zum Kennenlernen des biologisch-dynamischen Gemüseanbaus für 1-12 Monate
Für Menschen die eine Ausbildung zum Gemüsegärtner anstreben, und den Berufsalltag erst einmal kennenlernen möchten.

Die Geschichte

Die Gärtnerei Willmann wurde 1952 von Gothart und Ingemarie Willmann in Vaihingen/Enz auf 2 ha Land gegründet. Sie gehörte zu den ersten Betrieben die ausschließlich auf biologisch-dynamische Weise Gemüse anbauten. Die Gärtnerei wuchs im Laufe der Jahre mit dem steigenden Kundeninteresse und dem Zustrom vieler Menschen aus aller Welt, die diese neue Bewirtschaftungsform kennen lernen wollten. 1973 wurde der Gärtnerei Willmann in Vaihingen/Enz die Beendigung des Pachtvertrages für ihr Betriebsgelände angedroht, das biologisch-dynamisch arbeitende Unternehmen stand vor dem Aus. In dieser Situation formierte sich der gemeinnützige Verein freiesland e.V. zur Förderung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise mit Sitz in Pforzheim. Sein Hauptanliegen: die Existenz von vorbildlich arbeitenden Ausbildungsbetrieben zu gewährleisten, die Versorgung der Verbraucher mit Frischgemüse aufrechtzuerhalten – und die Landwirtschaft zumindest partiell der Bodenspekulation zu entziehen. Im so genannten Landfreikauf überführt der Verein Grundstücke aus privatwirtschaftlichem in gemeinnütziges Eigentum und gewährleistet in seiner Satzung, dass dieser Grund und Boden, den er dann verpachtet, für immer biologisch-dynamisch bewirtschaftet wird. Die Pächter solchen Geländes errichten dort gewerbliche Betriebe, unterliegen also nicht den Kriterien der Gemeinnützigkeit, sondern müssen sich dem wirtschaftlichen Wettbewerb stellen. Im schlimmsten Fall können sie zwar auch scheitern und müssen schließen, doch das Gelände kann nie mehr zu einem anderen Zweck genutzt werden. Auf diesem Wege konnte 1975 in Ingersheim eine weitere Gärtnerei entstehen. Die Grundfläche von ca. 2ha der Vaihinger Gärtnerei wurde ebenfalls in gemeinnütziges Eigentum überführt, die gepachteten Anbauflächen konnten jedoch nicht erworben werden. Glücklicherweise wechselte das betroffene Land in dieser Situation seinen Eigentümer. Der neue Eigentümer erklärte sich bereit den Pachtvertrag mit der Gärtnerei zu verlängern, und er besteht noch heute. Mit der Gründung des Handelskontor Willmann (https://www.hakopaxan-shop.de)- im Jahr 1979 entstand außerdem ein eigenständiger Gemüsegroßhandel, der den Gärtnereien langfristig die Abnahme ihrer Produkte sicherte, und es ihnen ermöglichte, alle Kraft auf die gärtnerischen Aufgaben zu verwenden. Beide Gärtnereien wurden über die Jahre als Werkgemeinschaft gemeinsam geführt. 1991 wurde die Werkgemeinschaft erweitert zur Partner KG, damit wurde langfristigen Mitarbeitern der Einstieg in die gemeinschaftliche Unternehmeraufgabe ermöglicht. 2001 trennten sich die beiden Gärtnerein Vaih/Enz und Ingersheim, damit sich das persönliche Engagement und die Initiative neu beleben können. Die Gärtnerei in Ingersheim wird heute von Georg Willmann geleitet (unterstützt von seinen Meisterkollegen Philippe Frintz und Michiel Groen). Meister, Gesellen, Lehrlinge und Praktikanten, bewirtschaften eine Gesamtfläche ca. 26 ha in Ingersheim.

Demeter

Demeter ist ein geschütztes Markenzeichen unter dem nach anthroposophischen Prinzipien „biologisch-dynamisch“ erzeugte Produkte verkauft werden. Der Name leitet sich von dem der griechischen Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter ab. Die Verwendung des Demeter-Logos wird – im Gegensatz zu Kennzeichnungen wie Bio oder Öko, welche bis 1992 keiner Regelung unterworfen waren – schon seit seinem Bestehen kontrolliert. Es darf nur durch Vertragspartner genutzt werden, die sich während des gesamten Anbau- und Verarbeitungsprozesses an die Richtlinien des Demeter e.V. halten. Diese Richtlinien erfüllen auch die Auflagen der staatlichen und jährlich durchgeführten EG-Bio-Kontrolle nach der EG-Öko-Verordnung, gehen jedoch in allen Aspekten darüber hinaus. Die Grundlage der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und damit die Praxis von Demeter-Betrieben ist die anthroposophische Gedankenwelt und Methodik von Rudolf Steiner, die er ab 1924 als „geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ entwickelte. Sie erhebt den Anspruch, nicht allein die materiellen Substanzen und die physischen Abläufe der Natur, sondern auch übersinnliche, kosmische Kräfte als Gestaltungsfaktoren im Blick zu haben. Die Förderung eines gesunden Zusammenspiels von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Erde und Kosmos steht im Mittelpunkt. Die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel ist dabei nicht erstes Ziel, sondern Konsequenz.

Verein Freiesland e.V.

Verein zur Förderung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise

z. Hd. von Eberhard Schlecht
Eichenlaubweg 11
75181 Pforzheim
Tel +49 (0) 72 31 / 56 30 38
Fax +49 (0) 72 31 / 58 64 18
kontakt@freiesland.de
http://www.freiesland.de